3-Wellenlängen-Diodenlaser

Das Prinzip der 3-Wellenlängen-Technologie: 755nm, 810nm und 1064nm


Laser-Haarentfernung: Physikalische Wirkungsweise der 3-Wellenlängen -Technologie trifft auf SHR™-Modus

 

In der optischen Epilation kommen verschiedene apparative Konzepte zum Einsatz, um unterschiedliche Haarstrukturen und Einziehtiefen zu adressieren. Eine verbreitete Methode ist die Kombination aus Multi-Wellenlängen-Applikatoren (755nm, 81nm, 1064nm ) und dem sogenannten SHR™-Modus (Super Hair Removal), der auf einer kumulativen Wärmeeinbringung im Gleitverfahren beruht.

1. Die 3-Wellenlängen-Technologie (755 nm / 810 nm / 1064 nm)

Anstatt ein monchromatisches Lichtfeld einer einzelnen Wellenlänge zu emittieren, bündeln entsprechende Handstücke die optischen Absorptionsfenster dreier unterschiedlicher Lasermedien. Dies zielt darauf ab, Follikel in verschiedenen Schichten der Dermis simultan zu erreichen:

  • 755 nm (Alexandrit-Wellenlänge): Hohe Absorption durch Melanin. Physikalisch geeignet für feine, schwächer pigmentierte Haare und oberflächlich gelagerte Follikel.
  • 810 nm (Klassische Dioden-Wellenlänge): Balancierte Relation zwischen Melanin-Absorption und Eindringtiefe. Gilt als universeller Wellenlängenbereich für mittlere bis dunkle Haarstrukturen.
  • 1064 nm (Nd:YAG-Wellenlänge): Geringste Melanin-Absorption, jedoch höchste optische Eindringtiefe. Schont die epidermale Pigmentierung bei dunklen Hauttypen (Fitzpatrick IV–VI) und erreicht tief sitzende Haarwurzeln.

 

2. Funktionsweise des SHR™- Verfahrens (Super Hair Removal)

Während klassische Stempelverfahren mit einzelnen, hochenergetischen Impulsen arbeiten, basiert die SHR-Methode auf einer thermischen Akkumulation:

  • Kumulative Erwärmung: Das Behandlungsareal wird mit hoher Impulswiederholungsrate (z. B. 10 Hz) und niedriger Einzelenergie (Fluence) bestrahlt. Das Gewebe und die Zielstrukturen erwärmen sich schrittweise auf die zur Koagulation notwendige Zieltemperatur (ca. 65-70C).
  • Ausnutzung der Thermischen Relaxationszeit (TRT): Da die Epidermis eine sehr kurze thermische Relaxationszeit besitzt (ca. 3-10ms ), gibt sie die Hitze in den Pausen zwischen den niederenergetischen Einzelimpulsen rasch an die Kühlung ab. Der tiefer liegende Follikel speichert die Wärme aufgrund seiner größeren Masse hingegen kumulativ.
  • In-Motion™-Gleittechnik: Das Handstück wird kontinuierlich über das Behandlungsfeld bewegt, um eine flächendeckende Abdeckung zu erreichen.
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NiSV-Relevanz für Betreiber

Der Einsatz von 3-Wellenlängen-Systemen fällt unter die Verordnung zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NiSV). Da insbesondere die 1064 nm Wellenlänge sehr tief in das Gewebe eindringt und dort mit Blutgefäßen interagieren kann, ist eine fundierte Ausbildung in der Laser-Gewebe-Interaktion zwingend erforderlich, um Fehlbehandlungen und paradoxes Haarwachstum zu vermeiden.

 

Vorteile und Nachteile der SHR-Technologie (Super Hair Removal)

 

Vorteile der SHR-Methode

  • Gesteigerter Komfort und Schmerzreduktion: Da die thermische Energie schrittweise im Gewebe aufgebaut wird, entfallen die für Hochleistungslaser typischen, stechenden Schmerzspitzen. Anwender empfinden die Behandlung meist lediglich als intensive Wärme, was das Verfahren besonders für schmerzempfindliche Körperareale attraktiv macht.
  • Erhöhte Sicherheit bei dunklen Hauttypen: Durch die geringere Einzelenergie pro Impuls wird das Melanin in der Epidermis (Oberhaut) weniger stark erhitzt. Das Risiko für thermische Nebenwirkungen wie Verbrennungen oder Pigmentverschiebungen (Hypo- oder Hyperpigmentierung) ist bei dunkleren Fitzpatrick-Hauttypen deutlich reduziert.
  • Breiteres Anwendungsspektrum: Die SHR-Technologie zielt nicht ausschließlich auf das Melanin im Haar ab, sondern fokussiert die thermische Schädigung des gesamten Haarfollikels sowie der Stammzellen. Dadurch lassen sich oft auch feinere oder hellere Haare erfolgreich behandeln, die auf klassische Einzelimpulse nur unzureichend reagieren.

 

Nachteile und Einschränkungen

  • Hohe Abhängigkeit von der Anwendertechnik: Der Erfolg der SHR-Behandlung steht und fällt mit der korrekt ausgeführten In-Motion-Technik. Der Behandler muss das Handstück absolut gleichmäßig und lückenlos über das Areal führen.
    • Hot Spots: Bei zu langsamer Bewegung oder übermäßiger Überlappung der Bahnen können lokale Überhitzungen entstehen, die trotz niedriger Energie zu Verbrennungen führen.
    • Cold Spots: Bei zu schneller Bewegung werden Areale nicht ausreichend erwärmt, was zu einem ungleichmäßigen Ergebnis führt.
  • Geringere Destruktionsrate pro Sitzung: Da SHR mit einer kumulativen Wärmeentwicklung arbeitet und die Einzelimpulse eine niedrige Fluenz aufweisen, erfolgt die Zerstörung der Haarwurzel weniger aggressiv als bei der klassischen Puls-Technik.
  • Erhöhter Zeitaufwand und Sitzungsanzahl: Im Vergleich zu Hochleistungs-Diodenlasern, die mit einem einzigen Schuss sofortige Zellzerstörungen herbeiführen, benötigt die SHR-Methode oft eine höhere Anzahl an Gesamtsitzungen, um das gleiche finale Ergebnis einer vollständigen Haarentfernung zu erreichen. Zudem ist die Dauer der einzelnen Sitzung durch das mehrfache Abfahren der Hautareale meist länger.

 

Fazit: Die Synergie aus dem 3-Wellenlängen-Diodenlaser und dem SHR-Verfahren ermöglicht es, die spezifischen Vorteile verschiedener Laserspektren (755 nm, 810 nm und 1064 nm) mit der sanften, schrittweisen Erwärmung der SHR-Methode zu kombinieren. Durch diese technologische Verbindung können unterschiedliche Haarstrukturen in verschiedenen Hauttiefen gleichzeitig angesprochen werden, während die Hautoberfläche durch die niedrige Fluenz maximal geschont wird.

Die SHR-Technologie ist somit eine sicherheitsorientierte Methode, die den Kundenkomfort priorisiert und sich hervorragend für Personen eignet, die ein schmerzarmes Verfahren suchen oder einen dunklen Hauttyp besitzen. Demgegenüber steht ein erhöhter Anspruch an die Präzision des Behandlers bei der Durchführung der In-Motion-Technik sowie eine potenziell längere Behandlungsdauer pro Sitzung, um die erforderliche kumulative Gesamtenergie (Zielfluenz) im Gewebe sicher aufzubauen. In der modernen apparativen Kosmetik gilt diese Kombination jedoch als eine der vielseitigsten und sichersten Lösungen für ein breites Spektrum an Haar- und Hauttypen.

 

Wissenschaftliche Quellen & Referenzen

 

Hinweis: Einige Bilder auf dieser Website wurden mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und dienen ausschließlich illustrativen Zwecken.

Alexandra Steiger Gründerin von ad new cosmetics und Expertin für dauerhafte Haarentfernung

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Dieses Wissensportal dient unseren Kunden als Orientierungshilfe, um die Hintergründe und Vorteile medizinischer Laser-Verfahren besser zu verstehen.

Alexandra Steiger (geb. Dillmann)

Gründerin von ad new cosmetics & Expertin für dauerhafte Haarentfernung

„Qualität und Sicherheit sind in der Haarentfernung kein Zufall, sondern das Ergebnis von Erfahrung und Wissen.“

Dieser Lexikonbeitrag wurde fachlich von Alexandra Steiger geprüft und redaktionell freigegeben. Als Geschäftsführerin von ad new cosmetics verfügt sie über eine Praxiserfahrung seit 2003 in der dauerhaften Haarentfernung mit medizinischen Laser- und IPL-Technologien.

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