Absorption und die Selektivität des Laserlichts

Das Grundprinzip einfach erklärt


Das Prinzip der Absorption und die Selektivität des Laserlichts

Die gesamte Anwendung von Lasern in der Medizin und Kosmetik beruht auf dem fundamentalen Prozess der Absorption.

 

1. Das Grundprinzip: Energetische Veränderung durch Lichtaufnahme

  • Definition: Absorption ist der physikalische Prozess, bei dem Energie (in diesem Fall Lichtenergie, transportiert durch Photonen) von einem Material aufgenommen wird.
  • Folge: Durch die Absorption von Licht werden die Atome oder Moleküle des Materials energetisch verändert (sie gehen in einen angeregten Zustand über) und die aufgenommene Energie wird in der Regel in Wärme umgewandelt.

 

 Lichtwellenlänge Hauttiefe

 

2. Das Ziel-Element: Der Chromophor

Nicht jeder Stoff absorbiert jede Wellenlänge. Nur wenn die Energie des Photons exakt zur Energiedifferenz der Übergänge im Material passt, kann die Energie effektiv aufgenommen werden.

Das Material oder die biologische Struktur, die das Laserlicht bei einer bestimmten Wellenlänge gezielt absorbiert, wird als Chromophor bezeichnet.

Chromophor

Biologische Struktur

Primär absorbierte Wellenlängen

Anwendung (Beispiel)

Melanin

Farbstoff in Haaren und Epidermis

Sichtbar bis nahes Infrarot 600 nm - 1100 nm

Haarentfernung, Pigmentfleckenentfernung

Hämoglobin

Roter Blutfarbstoff in Gefäßen

Blau, Grün, Gelb 500 nm - 600 nm

Behandlung von Besenreisern, Feuermalen

Wasser

Hauptbestandteil von Gewebe

Fernes Infrarot 2940 nm, 10600 nm

Ablative Chirurgie, Skin Resurfacing CO2-Laser, Erbium-Laser)

Tattoo-Farbpigmente

Exogene Farbstoffe

Sehr vielfältig (je nach Farbe des Pigments)

Tattooentfernung

 

Die Eindringtiefe optischer Strahlung in die menschliche Haut

 

3. Selektivität durch Wellenlänge

Da die physikalische Beschaffenheit und damit die Absorptionskurve der jeweiligen Chromophore variieren, können sie auch nur von unterschiedlichen Lichtfrequenzen (Wellenlängen) angeregt werden.

Die Selektivität bedeutet:

  • Wenn man eine bestimmte Wellenlänge wählt, stellt man sicher, dass nur das gewünschte Ziel-Chromophor (z.B. Melanin) die Energie absorbiert und erhitzt wird.
  • Das umliegende Gewebe, dessen Chromophore diese Wellenlänge nicht absorbieren, bleibt relativ unverändert und wird geschont.

 

Dieses gezielte Prinzip wird als Selektive Photothermolyse bezeichnet. Nur durch die Wahl des passenden Lasers und seiner spezifischen Wellenlänge (die im jeweiligen Lasermedium erzeugt wird) können die unterschiedlichsten Strukturen der Haut selektiv durch Licht verändert werden.

 

Selektive Photothermolyse: Das physikalische Wirkprinzip

Die selektive Photothermolyse ist das entscheidende Prinzip der modernen Lasermedizin. Sie beschreibt die Fähigkeit, Lichtenergie so präzise einzusetzen, dass ausschließlich die Zielstruktur zerstört wird, während das umliegende Gewebe unversehrt bleibt.

Damit dieser Prozess physikalisch erfolgreich ist, müssen drei Parameter exakt aufeinander abgestimmt sein:

  • Spezifische Wellenlänge: Das Laserlicht wird so gewählt, dass die Energie primär von einem bestimmten Ziel (dem sogenannten Chromophor, wie z. B. Melanin im Haar oder Hämoglobin in Gefäßen) absorbiert wird.
  • Angepasste Impulsdauer: Die Dauer des Lichtimpulses muss kürzer sein als die Thermal Relaxation Time (TRT) der Zielstruktur. Die TRT ist die Zeit, die ein Objekt benötigt, um etwa 50 % der aufgenommenen Wärme an die Umgebung abzugeben.
    • Ein konkretes Praxis-Beispiel: Die TRT eines menschlichen Haares liegt (je nach Dicke) zwischen 10 und 100 Millisekunden, während die dünne Oberhaut (Epidermis) eine viel kürzere TRT besitzt. Die Impulsdauer des Lasers wird so gewählt, dass sie lang genug ist, um das Haar durch Hitze zu deaktivieren, aber kurz genug bleibt, damit die Energie nicht in die umliegende Haut abfließt. Dies gewährleistet eine effektive Behandlung bei maximalem Hautschutz.
  • Optimale Energiedichte (Fluenz): Die Energiemenge wird so dosiert, dass die thermische Zerstörung des Ziels gewährleistet ist, ohne eine thermische Überlastung der Hautoberfläche zu riskieren.
  • Der Einfluss der Streuung (Scattering)

    Neben der Absorption spielt die Streuung (Scattering) eine entscheidende Rolle für den Behandlungserfolg. Wenn Laserlicht in die Haut eindringt, kollidiert es mit mikroskopischen Strukturen im Gewebe und wird in verschiedene Richtungen abgelenkt.

    Hierbei gilt ein physikalisches Grundgesetz: Je kurzwelliger das Licht (z. B. blaues oder grünes Licht), desto stärker wird es gestreut und verliert bereits in den oberen Hautschichten an Intensität. Langwelliges Licht (wie 808 nm oder 1064 nm) hingegen wird deutlich weniger stark gestreut. Dadurch kann die Energie gebündelt in tiefere Schichten der Dermis vordringen, um selbst tief sitzende Haarwurzeln effektiv zu erreichen, ohne die Hautoberfläche unnötig zu belasten.

 

Durch die präzise Abstimmung dieser Faktoren lassen sich unerwünschte Hautveränderungen oder Haarwuchs effektiv behandeln. Die selektive Vorgehensweise minimiert das Risiko für Nebenwirkungen und sorgt für eine gezielte, gewebeschonende Anwendung.

 

Wellenlänge und Eindringtiefe Das thermooptische Wirkprinzip

Präzision durch technische Konfiguration: Für optimale Behandlungsergebnisse werden die Lasersysteme so eingestellt, dass die gewählte Wellenlänge die exakte Hauttiefe der Zielstruktur erreicht. Durch die Abstimmung von Absorption und minimierter Streuung wird die thermische Energie punktgenau an den Haarfollikel abgegeben, während die umliegenden Hautschichten geschont werden.

 
Ein tolles Video hierzu: 

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Wissenschaftliche Referenz:

Altshuler, G. B., et al. (2001): Extended theory of selective photothermolysis. Lasers in Surgery and Medicine.

 

Anderson, R. R., & Parrish, J. A. (1983). Selective photothermolysis: precise microsurgery by selective absorption of pulsed radiation. Science, 220(4596), 524-527.  Selektive Photothermolyse  

 

Hinweis: Einige Bilder auf dieser Website wurden mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und dienen ausschließlich illustrativen Zwecken.

Alexandra Steiger Gründerin von ad new cosmetics und Expertin für dauerhafte Haarentfernung

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Alexandra Steiger (geb. Dillmann)

Gründerin von ad new cosmetics & Expertin für dauerhafte Haarentfernung

„Qualität und Sicherheit sind in der Haarentfernung kein Zufall, sondern das Ergebnis von Erfahrung und Wissen.“

Dieser Lexikonbeitrag wurde fachlich von Alexandra Steiger geprüft und redaktionell freigegeben. Als Geschäftsführerin von ad new cosmetics verfügt sie über eine Praxiserfahrung seit 2003 in der dauerhaften Haarentfernung mit medizinischen Laser- und IPL-Technologien.

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