Wirkung optischer Strahlung auf menschliches Gewebe
Die Wirkung von optischer Strahlung auf den menschlichen Körper ist ein komplexes Zusammenspiel aus physikalischen Parametern und biologischen Gewebeeigenschaften. Grundsätzlich entstehen Schäden auf zwei Wegen: Photochemisch (überwiegend im UV-Bereich), wobei Veränderungen auf zellulärer Ebene wie DNA-Schäden oft zeitversetzt auftreten, und photothermisch (Sichtbares Licht & Infrarot), bei denen direkte Hitzeeinwirkung sofortige thermische Reaktionen oder Verbrennungen auslöst.
In der apparativen Kosmetik und Medizin ist die Kenntnis dieser Faktoren essenziell, um die therapeutische Wirkung von der schädlichen Wirkung abzugrenzen.
Einflussfaktoren der Gewebeschädigung
Die Schwere einer Schädigung durch optische Strahlung wird maßgeblich durch fünf Parameter bestimmt:
Wellenlängenabhängigkeit: Wo liegt die Gefahr?
Die Wellenlänge bestimmt maßgeblich, welche Strukturen im Körper die Energie absorbieren und wie tief diese eindringt.
Ultraviolette Strahlung (100 – 400 nm)
Die ultraviolette Strahlung wird in drei Wellenlängenbereiche unterteilt, die jeweils spezifische Risiken bergen:
UVC-Strahlung (100 – 280 nm) – "Die Aggressive"
UVA-Strahlung (315 – 400 nm) – "Die Alterungsstrahlung"
UVB-Strahlung (280 – 315 nm) – "Die Sonnenbrandstrahlung"
Sichtbares Licht (400 – 780 nm) und Nahes Infrarot (780 – 1400 nm)
Dieser Bereich stellt die größte Gefahr für die Netzhaut (Retina) dar.
Infrarotstrahlung (1400 nm – 1 mm)
Infrarotstrahlung wird primär vom Gewebewasser absorbiert. Dies führt zu thermischen Schäden (Verbrennungen) an der Hautoberfläche und an der Hornhaut des Auges.
Wirkung auf die Zielorgane: Haut und Augen
Optische Strahlung löst unterschiedliche Bioeffekte aus, die entweder akut (sofort auftretend) oder chronisch (langfristig durch Akkumulation) sein können.
Bioeffekte auf die Haut
Bioeffekte auf das Auge
Das Auge ist besonders anfällig für Schäden, da es Licht fokussiert und empfindliche Strukturen besitzt:
Zusammenfassende Gefahrentabelle nach Wellenlängen
|
Wellenlängenbereich |
Strahlungsart |
Wirkung auf das Auge |
Wirkung auf die Haut |
|
100 – 315 nm |
UVC / UVB |
Hornhautentzündung, Photokeratitis (Schneeblindheit) |
Sonnenbrand, Hautkrebs |
|
315 – 400 nm |
UVA |
Linsentrübung (Katarakt) |
Alterung, Hautkrebs |
|
400 – 700 nm |
VIS (Sichtbar) |
Netzhautverletzung |
Pigmentierung |
|
700 – 1400 nm |
IR-A |
Netzhaut- & Linsenschäden |
Verbrennungen |
|
1400 – 3000 nm |
IR-B |
Hornhaut- & Linsentrübung |
Schwere Verbrennungen |
Weitere Einflussfaktoren auf die Schädigung
Neben der Wellenlänge entscheiden weitere Parameter über das Ausmaß der Gewebereaktion:
Hinweis
Medizinische IPL- und Lasersysteme nutzen gezielt Filter, um gefährliche Wellenlängen (insbesondere UV-Anteile) zu eliminieren. Dennoch bleibt der Schutz der Augen durch zertifizierte Schutzbrillen die wichtigste Sicherheitsmaßnahme, um irreversible Schäden an Linse und Netzhaut zu verhindern.
Wissenschaftliche Quellen & Referenzen:
ICNIRP (International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection): Guidelines on Limits of Exposure to Laser Radiation of Wavelengths between 180 nm and 1,000 µm. > Diese Richtlinien definieren weltweit die Grenzwerte und erklären die photochemischen sowie photothermischen Wirkmechanismen auf Haut und Auge.
BfS (Bundesamt für Strahlenschutz): Optische Strahlung – Wirkungen von UV-Strahlung, sichtbarem Licht und Infrarotstrahlung.
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Alexandra Steiger (geb. Dillmann)Gründerin von ad new cosmetics & Expertin für dauerhafte Haarentfernung
„Qualität und Sicherheit sind in der Haarentfernung kein Zufall, sondern das Ergebnis von Erfahrung und Wissen.“
Dieser Lexikonbeitrag wurde fachlich von Alexandra Steiger geprüft und redaktionell freigegeben. Als Geschäftsführerin von ad new cosmetics verfügt sie über eine Praxiserfahrung seit 2003 in der dauerhaften Haarentfernung mit medizinischen Laser- und IPL-Technologien.
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