Gepulste und ungepulste Laser

Unterschiede in der Anwendung


Gepulste und ungepulste Laser: Wirkweise und Unterschiede im Überblick

 

In der modernen apparativen Kosmetik und Medizin ist Laser nicht gleich Laser. Die Art und Weise, wie die Energie abgegeben wird – die sogenannte Emissionsform –, entscheidet maßgeblich über den Behandlungserfolg und die Schonung des umliegenden Gewebes. In der Lasermedizin wird grundsätzlich zwischen zwei Betriebsarten unterschieden: dem Dauerstrichbetrieb (Continuous Wave, CW) und dem gepulsten Betrieb. Für die Sicherheit und den Behandlungserfolg ist die Wahl der richtigen Betriebsart entscheidend, da sie maßgeblich beeinflusst, wie thermische Energie im Gewebe akkumuliert oder abgeführt wird

 

Ungepulste Laser: Der Dauerstrichlaser (Continuous Wave)

Ein Dauerstrichlaser, auch als cw-Laser bezeichnet, emittiert einen ununterbrochenen Lichtstrahl. Solange das Gerät aktiviert ist, bleibt die Ausgangsleistung konstant.

  • Funktionsweise: Das Lasermedium benötigt eine kontinuierliche Energiezufuhr, um den Lichtstrom aufrechtzuerhalten.
  • Anwendung: Diese Laser finden häufig dort Verwendung, wo ein gleichmäßiger Energieeintrag erforderlich ist. Bekannte Beispiele sind der CO²-Laser oder der Argonlaser.
  • Herausforderung: Da die Energie permanent fließt, ist das Risiko einer thermischen Überhitzung des umliegenden Gewebes höher, weshalb eine präzise Kühlung und Handhabung unerlässlich sind.

 

Gepulste Lasersysteme: Präzision durch Zeitsteuerung

Im Gegensatz zum Dauerstrichlaser geben gepulste Laser ihre Energie in zeitlich begrenzten Portionen, den sogenannten Impulsen, ab. Dies ermöglicht es dem Gewebe, in den Pausen zwischen den Impulsen abzukühlen (thermische Relaxationszeit).

 

Klassische gepulste Laser

Hier wird die Energie meist im Bereich von Millisekunden (ms) abgegeben. Diese Form der Emission wird sehr häufig in der Haarentfernung eingesetzt, um die Haarwurzel gezielt zu erhitzen, ohne die Haut zu schädigen.

 

Die physikalische Schlüsselrolle: Thermal Relaxation Time (TRT)

Der entscheidende Vorteil gepulster Systeme liegt in der Ausnutzung der thermischen Relaxationszeit.

  • Das Prinzip: Die Impulsdauer wird so gewählt, dass sie kürzer ist als die TRT der Epidermis (Hautoberfläche), aber lang genug, um die Energie im Haarfollikel zu stauen.
  • Wärme-Akkumulation: Während die Haut in den Impulspausen abkühlt, "sammelt" das Haar die Hitze, bis die notwendigen 70 °C für eine dauerhafte Zerstörung der Stammzellen erreicht sind.

 

Gütegeschaltete Laser (Q-Switch)

Die Gütegeschalteten Laser stellen eine technologische Besonderheit dar. Durch ein internes Verschluss-System (den Q-Switch) wird die Energie im Laser zunächst gestaut und dann schlagartig freigesetzt.

  • Extrem kurze Impulse: Die Lichtimpulse erreichen den Bereich von Nanosekunden ns (10-9 Sekunden).
  • Hohe Spitzenleistung: Durch die Komprimierung der Zeit entstehen extrem hohe Leistungsspitzen.
  • Einsatzgebiete: Diese Technologie ist essenziell für Behandlungen, bei denen Partikel mechanisch zertrümmert werden müssen, wie beispielsweise bei der Tattooentfernung oder der Behandlung von Pigmentflecken.

 

Impulsdauer und Sicherheit

Gemäß NiSV ist die Kenntnis über die Impulsdauer eine Kernpflicht für den Anwender. Eine falsche Einstellung (zu lange Impulse bei ungepulster Charakteristik) führt unweigerlich zu thermischen Schäden im umliegenden Gewebe, da die Selektivität verloren geht.

 

Vergleich der Emissionsformen

Überblick über die zeitlichen Dimensionen der verschiedenen Lasertypen:

Lasertyp

Abkürzung

Impulsdauer

Charakteristik

Dauerstrich

cw

Ununterbrochen

Konstanter Energiestrom

Pulsierend

-

Millisekunden (ms)

Gezielte thermische Wirkung

Gütegeschaltet

Q-Switch

Nanosekunden (ns)

Mechanische/Akustische Wirkung

 

Warum ist die Wahl der Impulsdauer so wichtig?

Die Wahl des richtigen Modus hängt direkt von Ihrem Behandlungsziel ab. Während Millisekunden-Impulse ideal sind, um thermische Prozesse (Hitze) zu steuern, nutzen Nanosekunden-Impulse den sogenannten photoakustischen Effekt. Dabei werden Zielstrukturen durch die enorme Geschwindigkeit des Impulses regelrecht "gesprengt", ohne dass nennenswerte Hitze in das umliegende Gewebe diffundieren kann.

 

Fazit

Das Verständnis über Dauerstrich- und Pulslaser ist die Basis für eine sichere und effektive Anwendung. Während Dauerstrichlaser für Kontinuität stehen, bieten gepulste und gütegeschaltete Systeme die notwendige Präzision für moderne, hautschonende Behandlungen. Wissenschaftlicher Hintergrund: Die moderne Laserepilation basiert fast ausschließlich auf gepulsten Systemen. Während ein ungepulster Laser (CW) das Gewebe kontinuierlich erhitzt, erlauben gepulste Laser der Haut, in den Millisekunden-Pausen zwischen den Blitzen abzukühlen. Dieser Effekt der fraktionierten Energieabgabe ist der Schlüssel für schmerzarme Behandlungen bei maximalem Erfolg.

 

Wissenschaftliche Quellen und Referenzen:

 Anderson, R. R., & Parrish, J. A. (1983): Selective Photothermolysis: Precise Microsurgery by Selective Absorption of Pulsed Radiation. Science, 220(4596), 524–527. Die fundamentale Arbeit, die erklärt, warum Laser gepulst sein müssen, um Zielstrukturen zu zerstören, ohne das umliegende Gewebe zu verbrennen (Grundlage der TRT).

Niemz, M. H. (2019): Laser-Tissue Interactions: Fundamentals and Applications. Springer Dieses Standardwerk beschreibt detailliert die physikalischen Unterschiede zwischen CW-Betrieb und gepulsten Lasern sowie die thermischen Auswirkungen auf die Haut

Altshuler, G. B., et al. (2001): Extended Theory of Selective Photothermolysis. Lasers in Surgery and Medicine. Diese Studie vertieft das Verständnis für Multi-Impuls-Verfahren (wie SHR), bei denen viele kurze Pulse zur schrittweisen Erwärmung genutzt werden.

 

Hinweis: Einige Bilder auf dieser Website wurden mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und dienen ausschließlich illustrativen Zwecken.

Alexandra Steiger Gründerin von ad new cosmetics und Expertin für dauerhafte Haarentfernung

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Alexandra Steiger (geb. Dillmann)

Gründerin von ad new cosmetics & Expertin für dauerhafte Haarentfernung

„Qualität und Sicherheit sind in der Haarentfernung kein Zufall, sondern das Ergebnis von Erfahrung und Wissen.“

Dieser Lexikonbeitrag wurde fachlich von Alexandra Steiger geprüft und redaktionell freigegeben. Als Geschäftsführerin von ad new cosmetics verfügt sie über eine Praxiserfahrung seit 2003 in der dauerhaften Haarentfernung mit medizinischen Laser- und IPL-Technologien.

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