Überblick über Lasertypen und ihre Eigenschaften


Die Vielfalt der Lasertypen und ihre Anwendungen

Die Nutzung von Lasern in Medizin und Kosmetik basiert auf der gezielten Wechselwirkung des Lichts mit biologischem Gewebe.

 

Das physikalische Grundprinzip: Selektivität durch Absorption

Jeder Laserprozess beruht auf dem fundamentalen Prinzip, dass bestimmte Materialien oder biologische Strukturen (Chromophore) Licht spezifischer Wellenlängen (Frequenzen/Energien) „aufnehmen“ (absorbieren) und dadurch energetisch verändert werden.

  • Zentrale Aufgabe: Um unterschiedliche Strukturen (z.B. Melanin, Hämoglobin, Wasser) selektiv zu behandeln, muss Laserlicht mit genau der Wellenlänge erzeugt werden, die vom jeweiligen Chromophor am stärksten absorbiert wird.
  • Grundlage der Vielfalt: Die Erzeugung dieses Lichts mit den spezifischen Wellenlängen erfolgt in verschiedenen Medien – dies ist der Grund für die unterschiedlichen Lasertypen.

 

Klassifizierung der Lasertypen nach Erzeugungsmedium

Die primäre Unterscheidung der Lasertypen erfolgt durch das Material, das sich im Resonator befindet (das aktive Medium), sowie durch die Art der Energiezufuhr (Pumpen).

Material im Resonator (Aktives Medium)

Lasertyp

Wichtige Beispiele

Festkörper

Festkörperlaser

Kristalle (z.B. Nd:YAG, Alexandrit, Rubin)

Gase

Gaslaser

Helium/Neon-Gemisch, CO2

Flüssige Farbstoffe

Farbstofflaser

Organische Farbstoffe (meist in flüssiger Form)

Halbleitermaterial

Halbleiterlaser (Diodenlaser)

Silizium oder Galliumarsenid

Spezielle kurzlebige Moleküle

Excimer-Laser

z.B. Xenonfluorid

 

Die Kernkomponenten eines Lasersystems

 

Überblick über wichtige Lasertypen und ihre Eigenschaften

 lasertypen wellenlaengen spektrum vergleich

Wissenschaftliche Einordnung der gängigen medizinischen Lasersysteme basierend auf ihrer Wellenlänge (nm)

 

Festkörperlaser

Diese Gruppe zeichnet sich durch eine hohe Ausgangsleistung und die Fähigkeit aus, extrem kurze Pulse (Pikosekunden oder Femtosekunden) zu erzeugen.

  • Nd:YAG-Laser (1064 nm):
    • Eigenschaft: Nutzt dreifach positiv geladene Neodym-Ionen (Nd³⁺), die in einen Yttrium-Aluminium-Granat-Kristall eingebettet sind.
    • Anwendung: Tiefliegende Gefäße, Tattoo-Entfernung und unspezifische Koagulation.
    • Spezial-Effekt: In ultrakurzen Pulsbereichen (Pikosekunden) erfolgt eine Zersprengung von Pigmenten für die Tattooentfernung sowie präzise industrielle Anwendungen.
  • Frequenzverdoppelter Nd:YAG (532 nm / FD Nd:YAG):
    • Anwendung: Einsatz im gepulsten Modus für Gefäßveränderungen und im gütegeschalteten Modus (Q-switched) für pigmentierte Veränderungen.
  • Rubinlaser (694 nm):
    • Historie: Erster Einsatz 1963 durch Leon Goldman bei pigmentierten Hautveränderungen.
    • Wirkung: Laserlicht wird sehr gut von Melanin absorbiert.
    • Anwendung: Epilation sowie blaue und schwarze Tätowierungen im gütegeschalteten Modus.
  • Alexandritlaser (755 nm):
    • Eigenschaft: Die Absorption in Melanin ist ca. 20% geringer als beim Rubinlaser, dafür ist die Eindringtiefe etwas größer.
    • Anwendung: Epilation, pigmentierte Veränderungen und Hypertrichose.

 

Gaslaser (Der CO2-Laser)

Der CO2-Laser ist der leistungsstärkste kontinuierlich arbeitende Laser.

  • Wellenlänge: Fernes Infrarot (10.600 nm -10,6 µm), wird extrem stark von Wasser absorbiert.
  • Medizinische Anwendungen (Präzises Skalpell): Der CO2-Laser schneidet Gewebe sehr gut (durch Verdampfen des Wassergehalts) und koaguliert gleichzeitig kleine Blutgefäße.
    • Chirurgisches Laserskalpell: Einsatz in der allgemeinen, mikro- und HNO-Chirurgie.
    • Ablatives Skin Resurfacing (Hauterneuerung): Sehr effektive Abtragung oberster Hautschichten zur Faltenreduktion, Hautstraffung und Narbenkorrektur (z.B. Aknenarben).
    • Fraktionierte CO2-Lasertherapie: Beschleunigte Heilung durch Behandlung nur winziger Säulen der Haut.
    • Entfernung von Hautläsionen (Warzen, Naevi, Xanthelasmen).
    • Augenlidstraffung (Blepharoplastik).

 

Halbleiter- / Diodenlaser (ca. 800 – 1000 nm)

Diodenlaser unterscheiden sich grundlegend von anderen Lasertypen dadurch, dass elektrischer Strom in der Diode (bestehend aus mindestens zwei unterschiedlich dotierten Halbleiterschichten) direkt in Laserlicht umgewandelt wird. Man unterscheidet heute zwei wesentliche Gerätetypen:

 

Der Diodenlaser: Goldstandard in der dauerhaften Haarentfernung

  • Technik: Arbeitet in der Regel mit einer festen Wellenlänge, meist im Bereich von 808 nm.
  • Funktionsweise: Die Wellenlänge wird durch spezifische Materialien der Halbleiterdioden und deren Schichtfolgen festgelegt.
  • Einsatz: Er ist der klassische Standard für die Epilation bei mittleren Hauttypen und dunklem Haar.

 

3-Wellen-Diodenlaser: Maximale Effizienz durch Simultan-Technologie

Im Gegensatz zu herkömmlichen Lasern, die nur mit einer festen Wellenlänge arbeiten, vereint diese innovative Technik drei der effektivsten Wellenlängen in einem einzigen Handstück. Das Besondere: Alle drei Wellenlängen werden simultan (gleichzeitig) bei jedem Lichtimpuls abgegeben.

Warum ist das ein entscheidender Vorteil? Haarfollikel sitzen beim Menschen nicht alle in der gleichen Tiefe. Je nach Körperregion und Wachstumsphase variiert die Position der Haarwurzel in der Haut. Durch die gleichzeitige Abgabe von drei Wellenlängen nutzt der Laser die Vorteile unterschiedlicher Eindringtiefen in einem Schritt:

  • 755 nm (Alexandrit-Bereich): Optimale Absorption für helleres und feineres Haar in oberflächlichen Schichten.
  • 808 nm (Dioden-Bereich): Die klassische Wellenlänge mit mittlerer Eindringtiefe für Standard-Haartypen.
  • 1064 nm (Nd:YAG-Bereich): Maximale Eindringtiefe für sehr tief sitzende Wurzeln und sicherste Anwendung bei dunkleren Hauttypen.

 

Durch diese "Dreifach-Wirkung" wird das Risiko für "übersehene" Haarfollikel massiv minimiert. Da das gesamte Tiefenspektrum der Dermis gleichzeitig abgedeckt wird, erreicht die Energie Wurzeln in jeder Schicht. Das führt zu einer höheren Trefferquote pro Impuls und macht die Behandlung schneller, sicherer und effektiver für fast alle Haut- und Haartypen.

 

Laser Wellenlängen im Spektrum

 

Physikalische Grundlagen der Anwendung

Die Anwendungen von Lasern basieren auf zwei zentralen physikalischen Eigenschaften:

  • Starke Bündelung des Laserstrahls.
  • Hohe Leistungsdichte des Laserstrahls.

 

Medizinische Hauptziele

  • Abtragen, Abschneiden oder Verdampfen von Gewebe (z.B. chirurgische Schnitte, Entfernung von Tumoren).
  • Koagulation (Gerinnung) von Körperflüssigkeiten (z.B. Stillen von Blutungen durch Versiegelung kleiner Gefäße).

 

Die Rolle der Pulsdauer (Am Beispiel der Gefäßbehandlung)

Für die Behandlung von Blutgefäßen (Chromophor: Hämoglobin) ist die Dauer des Laserpulses entscheidend für die Wirkung:

Effekt

Pulsdauer

Wirkmechanismus

Anwendung

1. Photodisruption

Sehr kurz (z.B. Nanosekunden)

Schlagartiges Zerreißen der Gefäße durch Schockwellen.

Sehr kleine Gefäße, Feuermale (Naevus flammeus), Tattoo-Pigmente.

2. Photokoagulation

Länger (z.B. Millisekunden)

Gezieltes Verschließen der Gefäße durch Eiweißgerinnung.

Größere, dickere Gefäße, Couperose, Besenreiser. 

 

Kosmetische Anwendungen

  • Dauerhafte Haarentfernung (Epilation): Zerstörung der Haarfollikel durch Erhitzung des Melanins.
  • Entfernung von Tätowierungen: Zersprengung der Farbpigmente.
  • Entfernung von Narben oder Gefäßveränderungen (z.B. Besenreiser).
  • Fettreduktion ("Body-shaping"): Zerstörung von Fettzellen.

 

Weiterführende Fachinformation zur optischen Strahlung:

Dauerhafte Haarentfernung (Epilation) (Bundesamt für Strahlenschutz)

Laseranwendungen - (Bundesamt für Strahlenschutz)

Anwendungen optischer Strahlung in Medizin und Wellness - (Bundesamt für Strahlenschutz)

Elektromagnetisches Spektrum -( leifiphysik)

Wissenschaftliche Referenz:

Quelle: Niemz, M. H. (2019): Laser-Gewebe-Wechselwirkungen: Grundlagen und klinische Anwendungen. Springer-Verlag

Quelle: Raulin, C., & Karsai, S. (2013): Laser und IPL-Technologie in der Dermatologie und Ästhetischen Medizin.  

 

Hinweis: Einige Bilder auf dieser Website wurden mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und dienen ausschließlich illustrativen Zwecken.

Alexandra Steiger Gründerin von ad new cosmetics und Expertin für dauerhafte Haarentfernung

Fachwissen verständlich erklärt

Dieses Wissensportal dient unseren Kunden als Orientierungshilfe, um die Hintergründe und Vorteile medizinischer Laser-Verfahren besser zu verstehen.

Alexandra Steiger (geb. Dillmann)

Gründerin von ad new cosmetics & Expertin für dauerhafte Haarentfernung

„Qualität und Sicherheit sind in der Haarentfernung kein Zufall, sondern das Ergebnis von Erfahrung und Wissen.“

Dieser Lexikonbeitrag wurde fachlich von Alexandra Steiger geprüft und redaktionell freigegeben. Als Geschäftsführerin von ad new cosmetics verfügt sie über eine Praxiserfahrung seit 2003 in der dauerhaften Haarentfernung mit medizinischen Laser- und IPL-Technologien.

Haben Sie Fragen zu einem Thema aus diesem Lexikon?
Gerne berate ich Sie persönlich oder beantworte Ihre Fragen per Mail.

JETZT KONTAKT AUFNEHMEN
ad Beauty GmbH - ad new cosmetics 344 Bewertungen auf ProvenExpert.com