SHR Gleittechnik

SHR-Technologie (Super Hair Removal) - In-Motion-


SHR-Technologie: Super Hair Removal

Die SHR-Technologie (Super Hair Removal) bezeichnet eine spezielle Methode der dauerhaften Haarentfernung, die auf der akkumulativen Erwärmung des Haarfollikels basiert. Obwohl SHR oft in Verbindung mit IPL- oder Diodenlaser-Geräten eingesetzt wird, ist es primär ein Behandlungsprotokoll und eine Impulsform und keine eigenständige Lichtquelle.

Das SHR-Verfahren stellt einen Paradigmenwechsel gegenüber der klassischen Einzelpuls-Technik (Stempeltechnik) dar.

SHR Gleittechnik 

 

Das Kernprinzip: Akkumulative Erwärmung (SHR-Gleittechnik - In-Motion-Technik)

Während bei der herkömmlichen Photothermolyse der Follikel durch einen einzigen hochenergetischen Puls sofort thermisch zerstört wird, setzt SHR auf ein sanfteres, kumulatives Verfahren:

  • Akkumulation (Stapel-Effekt): Es werden viele schnelle Impulse mit geringer Energie (Low Fluence) nacheinander auf dasselbe Hautareal abgegeben.
  • Zielstruktur: Die Energie wird nicht nur auf das Melanin im Haarschaft fokussiert, sondern auf die Stammzellen in der Bulge-Region (der Haarwulst) und die Papille.
  • Graduelle Erwärmung: Durch die Wiederholung der Impulse steigt die Temperatur im Follikel schrittweise an. Während das Gewebe bereits bei ca. 45 °C bis 50 °C thermisch geschädigt wird, ist für eine dauerhafte Deaktivierung der Stammzellen (Koagulation) ein Zielwert von ca. 70 °C erforderlich. Dieser wird nur durch die akkumulative Energieabgabe (Stapel-Effekt) bei korrekter Anwendung erreicht

 

SHR Technologie Haarentfernung durch das In Motion Verfahren

 

Technische Umsetzung und Parameter

Die SHR-Technik erfordert eine spezielle Einstellung der Geräteparameter:

Parameter

Klassische Einzelpuls-Technik

SHR-Technologie

Energiedichte (Fluenz)

Hoch 10 J/cm bis 20 J/cm

Niedrig 2 J/cm bis 5 J/cm

Wiederholungsrate (Frequenz)

Niedrig (ein Impuls pro Sekunde)

Hoch 5 Hz bis 10 Hz – bis zu 10 Impulse pro Sekunde)

Pulsdauer

Lang (ms-Bereich)

Kurz (deutlich unter der TRT der Epidermis)

Behandlungsmethode

Stempeltechnik (Impuls, Handstück wird versetzt)

Gleittechnik (In-Motion) (Handstück wird gleitend über die Haut geführt)

 

Vergleich der Erwärmung Klassischer Laser vs. SHR Akkumulation

Während klassische Laser die Haarwurzel mit einem einzigen Impuls sofort auf 70 °C bringen, nutzt die SHR-Technologie den Akkumulations-Effekt: Viele Impulse steigern die Wärme schrittweise. Wichtig: Um die Stammzellen dauerhaft zu zerstören (Koagulation), muss die Anwendung so präzise erfolgen, dass trotz der sanften Methode die biologische Zieltemperatur von 70 °C im Follikel sicher erreicht wird.

 

Vorteile der SHR-Technologie

Die Vorteile der SHR-Methode resultieren direkt aus der niedrigeren Energie und dem gleitenden Verfahren:

  • Höherer Komfort und geringere Schmerzen: Da die Energie langsam aufgebaut wird, empfinden Patienten die Behandlung als deutlich weniger schmerzhaft als die klassischen Schmerzspitzen der Hochleistungsimpulse.
  • Erhöhte Sicherheit bei dunklen Hauttypen: Durch die niedrige Fluenz wird das Melanin in der Epidermis (oberflächliche Haut) weniger stark erhitzt. Das Risiko für Verbrennungen und Pigmentverschiebungen (Hypopigmentierung) ist dadurch deutlich reduziert.
  • Breitere Anwendung: SHR ist auch effektiver bei feineren und helleren Haaren, da nicht nur das Melanin als Chromophor angesprochen wird, sondern die thermische Schädigung des gesamten Follikels im Fokus steht.

 

Nachteile und Einschränkungen der SHR-Technologie

Obwohl die SHR-Technologie (Super Hair Removal) einen Sicherheits- und Komfortgewinn bietet, ist sie nicht ohne Nachteile oder Einschränkungen:

Erhöhte Abhängigkeit von der Technik des Anwenders

  • In-Motion-Technik: Die SHR-Technik erfordert die Gleittechnik (In-Motion). Der Behandler muss das Handstück gleichmäßig und lückenlos über das Areal führen, um eine gleichmäßige Hitzeverteilung zu gewährleisten.
  • Gefahr von "Hot Spots": Bei zu langsamem Bewegen oder Überlappungen des Handstücks können sogenannte "Hot Spots" (lokal überhitzte Bereiche) entstehen, was das Verbrennungsrisiko trotz niedriger Fluenz erhöht. Umgekehrt können "Cold Spots" (unbehandelte Bereiche) entstehen, die zu ungleichmäßigen Ergebnissen führen. Möglicherweise geringere Zerstörung pro Sitzung
  • Niedrige Fluenz: Da SHR mit deutlich niedrigeren Einzelenergien arbeitet, erfolgt die Zerstörung der Haarwurzel langsamer und schonender.
  • Resultat: Im Vergleich zur klassischen Hochfrequenz-Puls-Technik, die mit einem einzigen Schuss hohe Sofortschäden erzeugt, kann die SHR-Methode möglicherweise mehr Sitzungen erfordern, um das gleiche finale Ergebnis zu erzielen, da die kumulative Dosisaufbringung mehr Zeit in Anspruch nimmt. 
  • Kompromiss: Bei sehr dicken und sehr dunklen Haaren, die große Mengen Melanin enthalten, kann die klassische Hochfrequenz-Technik (Laser) mit dem höheren Energie-Output pro Puls schneller und direkter zum Ziel führen.
  • Geduld erforderlich: Die kumulative Erwärmung von SHR kann hier länger dauern, um die kritische thermische Zerstörungstemperatur zu erreichen.

 

Zusammenfassend: Der größte Nachteil der SHR-Technologie liegt in der Notwendigkeit einer präzisen und gleichmäßigen In-Motion-Technik durch den Anwender, um eine lückenlose und sichere Energieverteilung zu gewährleisten.

 

Experten-Wissen: Die biologische 70 °C-Hürde In der Fachliteratur (u. a. Niemz, Laser-Gewebe-Wechselwirkungen) ist definiert, dass für eine nachhaltige Deaktivierung der Haarstammzellen eine Temperatur von ca. 70 °C erreicht werden muss. Nur so findet die Proteinkoagulation statt. SHR-Systeme müssen daher so angewendet werden, dass diese Temperatur kumulativ aufgebaut wird.

 

Wissenschaftliche Belege zur Koagulationstemperatur:

  • Biologische Schwellenwerte: Niemz, M. H.: Laser-Gewebe-Wechselwirkungen. Springer Medizin (Definition der Koagulation ab 60-70 °C).
  • Follikel-Deaktivierung: Lepselter, J. & Elman, M.: Biological and clinical aspects in laser hair removal. Journal of Dermatological Treatment.
  • Energiemanagement: Altshuler, G. B. et al.: Extended theory of selective photothermolysis. Lasers in Surgery and Medicine.

 

Hinweis: Einige Bilder auf dieser Website wurden mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und dienen ausschließlich illustrativen Zwecken.

Alexandra Steiger Gründerin von ad new cosmetics und Expertin für dauerhafte Haarentfernung

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Alexandra Steiger (geb. Dillmann)

Gründerin von ad new cosmetics & Expertin für dauerhafte Haarentfernung

„Qualität und Sicherheit sind in der Haarentfernung kein Zufall, sondern das Ergebnis von Erfahrung und Wissen.“

Dieser Lexikonbeitrag wurde fachlich von Alexandra Steiger geprüft und redaktionell freigegeben. Als Geschäftsführerin von ad new cosmetics verfügt sie über eine Praxiserfahrung seit 2003 in der dauerhaften Haarentfernung mit medizinischen Laser- und IPL-Technologien.

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